Hildegard Jadamowicz (Jadamowitz) D: Różnice pomiędzy wersjami
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[[File:HildegardJadamowitz.jpg|alt=Hildegard Jadamowicz (Jadamowitz)|thumb|Hildegard Jadamowicz (Jadamowitz); Foto Wikipedia, Gedenkstätte Deutscher Widerstand u.v.a.]] | |||
Sie wuchs bei ihrer jüdischen Großmutter in Neukölln auf, da ihre Eltern sich nach ihrer Geburt getrennt hatten. Als Hildegard noch klein war, starb ihre Mutter. Hildegard ging in Neukölln zur Schule. Sie war eine gute Schülerin und hat drei Schulklassen übersprungen. Sie beendete die Schule 1929 im Alter von 13 Jahren und war lange Zeit arbeitslos. Als Fünfzehnjährige trat sie 1931 in den Kommunistischen Jugendverband (KJV) ein. | Sie wuchs bei ihrer jüdischen Großmutter in Neukölln auf, da ihre Eltern sich nach ihrer Geburt getrennt hatten. Als Hildegard noch klein war, starb ihre Mutter. Hildegard ging in Neukölln zur Schule. Sie war eine gute Schülerin und hat drei Schulklassen übersprungen. Sie beendete die Schule 1929 im Alter von 13 Jahren und war lange Zeit arbeitslos. Als Fünfzehnjährige trat sie 1931 in den Kommunistischen Jugendverband (KJV) ein. | ||
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1939 nahm sie Verbindung zu verschiedenen kommunistischen Widerstandsgruppen auf, u.a. um Hans-Georg Vötter, wo sie ihren späteren Verlobten, Werner Steinbrinck kennenlernte. Durch ihn schloss sie sich im Sommer 1940 der Gruppe um Robert Uhrig und Herbert Baum an und stellte wichtige Verbindungen zu anderen oppositionellen Kreisen her. Sie alle hegten die Idee, dass eine gemeinsame „antifaschistische Abwehrfront” effektiver wirken könne, als einzelne Grüppchen. Auch ihre Schwester Beatrice war in diesen Gruppen tätig. Beide nahmen teil am Brandanschlag auf die Nazi-Propagandaausstellung „Das Sowjetparadies“ im Berliner Lustgarten. Der Anschlag war von Herbert Baum und Werner Steinbrinck vorbereitet und wurde am 18. Mai ausgeübt. Die Schwestern Jadamowicz waren auch dabei. Noch im Mai wurden sie und Werner Steinbrinck festgenommen. Sie wurden am 16. Juli 1942 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und am 18. August 1942 in Plötzensee nacheinander ermordet. | 1939 nahm sie Verbindung zu verschiedenen kommunistischen Widerstandsgruppen auf, u.a. um Hans-Georg Vötter, wo sie ihren späteren Verlobten, Werner Steinbrinck kennenlernte. Durch ihn schloss sie sich im Sommer 1940 der Gruppe um Robert Uhrig und Herbert Baum an und stellte wichtige Verbindungen zu anderen oppositionellen Kreisen her. Sie alle hegten die Idee, dass eine gemeinsame „antifaschistische Abwehrfront” effektiver wirken könne, als einzelne Grüppchen. Auch ihre Schwester Beatrice war in diesen Gruppen tätig. Beide nahmen teil am Brandanschlag auf die Nazi-Propagandaausstellung „Das Sowjetparadies“ im Berliner Lustgarten. Der Anschlag war von Herbert Baum und Werner Steinbrinck vorbereitet und wurde am 18. Mai ausgeübt. Die Schwestern Jadamowicz waren auch dabei. Noch im Mai wurden sie und Werner Steinbrinck festgenommen. Sie wurden am 16. Juli 1942 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und am 18. August 1942 in Plötzensee nacheinander ermordet. | ||
[[File:JadamowitzStrasse.jpg|alt=Hildegard Jadamowitz Strasse|thumb|Hildegard Jadamowitz Strasse]] | |||
Seit 20. Dezember 1957 ist in Friedrichshain eine Straße nach ihr genannt. | Seit 20. Dezember 1957 ist in Friedrichshain eine Straße nach ihr genannt. | ||
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Anna Krenz und Ewa Maria Slaska nahmen sie in ihr zweites Stadtspiel (Quest for Women* Friedrichshain) im Mai 2025 ein. | Anna Krenz und Ewa Maria Slaska nahmen sie in ihr zweites Stadtspiel (Quest for Women* Friedrichshain) im Mai 2025 ein. | ||
In einer Broschüre über das Stadtspiel schrieb Ewa Maria Slaska: | |||
Es wurde ein Stadtspiel über berühmte Frauen in Friedrichshain vorbereitet, das am 1. Mai 2025 zwischen 12:00 – 16:00 Uhr stattfand. Das Spiel stellte fünf Frauen vor, die im 20. Jahrhundert in verschiedenen Etappen ihrer Biographien in Friedrichshain aktiv waren. | |||
[[File:QUEST-Tasse.jpg|alt=Quest for Women* Friedrichshain. Bilder von Anna Krenz, Berlin 2025|thumb|Quest for Women* Friedrichshain. Bilder von Anna Krenz, Berlin 2025]] | |||
Diese fünf Frauen wurden alle von der Politik ihrer Zeit hart betroffen. Schriftstellerin Gabriele Tergit, eine Jüdin und Hildegard Jadamowitz, eine Kommunistin, waren Opfer der Nazi Verfolgung. Tergit war gezwungen sich ins Exil zu begeben. Jadamowitz beteiligte sich an aktiven Protesten gegen Nazis, wurde inhaftiert, verurteilt und hingerichtet. Mit dem DDR-Regime mussten sich die Frauen der nächsten Generationen auseinandersetzen. Die Architektin Ludmilla Herzenstein wurde wegen nicht politisch konformer Bauten in die Bedeutungslosigkeit verbannt. Dissidentinnen, Malerin Annemirl Bauer und Rock-Sängerin Tamara Danz wurden beschattet. | |||
Die Route des Spiels misste ca. 4 Kilometer; der Gang dauerte zu Fuß etwa 1,5 Stunden. Das Spiel begann an der Tamara-Danz-Straße (1), ging weiter zu Annemirl-Bauer-Platz (2) und Boxhagener Str. 80 (3), wo Gabriele Tergit und deren Familie gedenkt wurde. Weiter führte der Weg zur Karl-Marx Allee (4), wo Ludmilla Herzenstein ihre modernen Häuser gebaut hat, für die sie auch auf dem Abstellgleis landete. Schließlich ging man zu Hildegard-Jadamowitz-Straße (5). Dort, vor den kleinen Nikolaus Kirche gedachte man dieser jungen mutigen Frau, die für ihre Überzeugungen ihr Leben gab. Die Teilnehmer:innen wurden gebeten darüber nachzudenken und aufzuschreiben, ob es etwas gibt, worüber sie sich engagieren würden, auch, falls nötig, konspirativ. | |||
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Um sich veranschaulichen, was es bedeutet, dass Hildegard und ihr Verlobte Werner Steinbrinck in Plötzensee nacheinander ermordet wurden, ist es ratsam sich den Film von Andreas Dresen aus dem Jahr 2024 ''In Liebe, Eure Hilde'' anzuschauen. Es ist eine Filmbiografie über Hilde Coppi, die mit ihrem Ehemann Hans der Widerstandsgruppe Rote Kapelle angehörte. Die Schlussszene wie alle Mitglieder der Roten Kapelle nacheinander geköpft wurden bleibt einem für immer in Gedächtnis. | Um sich veranschaulichen, was es bedeutet, dass Hildegard und ihr Verlobte Werner Steinbrinck in Plötzensee nacheinander ermordet wurden, ist es ratsam sich den Film von Andreas Dresen aus dem Jahr 2024 ''In Liebe, Eure Hilde'' anzuschauen. Es ist eine Filmbiografie über Hilde Coppi, die mit ihrem Ehemann Hans der Widerstandsgruppe Rote Kapelle angehörte. Die Schlussszene wie alle Mitglieder der Roten Kapelle nacheinander geköpft wurden, bleibt einem für immer in Gedächtnis. Darüber ist es auch hier in der Polkopedia in einer [[Plötzensee Prosa|Erzählung von '''Michael Meinicke''']] zu lesen, die über Liane Berkowitz schreibt, jüngste Widerständlerin, die in Plötzensee durch Guillotine geköpft wurde. | ||
== Links und Literatur == | == Links und Literatur == | ||
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Wersja z 15:01, 26 maj 2025
* 12. Februar 1916 in Berlin † hingerichtet 18. August 1942 in Berlin-Plötzensee
war eine junge deutsche Kommunistin, Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus; sie war polnischer Abstammung, ihr Nachname ist oft auf beide Schreibweise - deutsch: Jadamowitz oder polnisch: Jadamowicz geschrieben.
Lebenslauf
Sie wuchs bei ihrer jüdischen Großmutter in Neukölln auf, da ihre Eltern sich nach ihrer Geburt getrennt hatten. Als Hildegard noch klein war, starb ihre Mutter. Hildegard ging in Neukölln zur Schule. Sie war eine gute Schülerin und hat drei Schulklassen übersprungen. Sie beendete die Schule 1929 im Alter von 13 Jahren und war lange Zeit arbeitslos. Als Fünfzehnjährige trat sie 1931 in den Kommunistischen Jugendverband (KJV) ein.
Seit 1933, nachdem ihre Großmutter gestorben war, übte Jadamowicz verschiedene Aushilfsjobs aus und besuchte Abendkurse, um sich als Sprechstundenhelferin ausbilden zu lassen. Sie wollte unbedingt in der Radiologie arbeiten, wofür sie sich selbst zur Prüfung der medizinisch-technischen Assistentin im Bereich Röntgen vorbereitete. Sie bestand die und arbeitete seitdem in einer Röntgen-Praxis.
Sie wurde 1936 als Mitglied KJV kurzzeitig festgenommen, allerdings wegen mangelnder Beweise freigesprochen.
1939 nahm sie Verbindung zu verschiedenen kommunistischen Widerstandsgruppen auf, u.a. um Hans-Georg Vötter, wo sie ihren späteren Verlobten, Werner Steinbrinck kennenlernte. Durch ihn schloss sie sich im Sommer 1940 der Gruppe um Robert Uhrig und Herbert Baum an und stellte wichtige Verbindungen zu anderen oppositionellen Kreisen her. Sie alle hegten die Idee, dass eine gemeinsame „antifaschistische Abwehrfront” effektiver wirken könne, als einzelne Grüppchen. Auch ihre Schwester Beatrice war in diesen Gruppen tätig. Beide nahmen teil am Brandanschlag auf die Nazi-Propagandaausstellung „Das Sowjetparadies“ im Berliner Lustgarten. Der Anschlag war von Herbert Baum und Werner Steinbrinck vorbereitet und wurde am 18. Mai ausgeübt. Die Schwestern Jadamowicz waren auch dabei. Noch im Mai wurden sie und Werner Steinbrinck festgenommen. Sie wurden am 16. Juli 1942 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und am 18. August 1942 in Plötzensee nacheinander ermordet.
Seit 20. Dezember 1957 ist in Friedrichshain eine Straße nach ihr genannt.
Varia
Anna Krenz und Ewa Maria Slaska nahmen sie in ihr zweites Stadtspiel (Quest for Women* Friedrichshain) im Mai 2025 ein.
In einer Broschüre über das Stadtspiel schrieb Ewa Maria Slaska:
Es wurde ein Stadtspiel über berühmte Frauen in Friedrichshain vorbereitet, das am 1. Mai 2025 zwischen 12:00 – 16:00 Uhr stattfand. Das Spiel stellte fünf Frauen vor, die im 20. Jahrhundert in verschiedenen Etappen ihrer Biographien in Friedrichshain aktiv waren.
Diese fünf Frauen wurden alle von der Politik ihrer Zeit hart betroffen. Schriftstellerin Gabriele Tergit, eine Jüdin und Hildegard Jadamowitz, eine Kommunistin, waren Opfer der Nazi Verfolgung. Tergit war gezwungen sich ins Exil zu begeben. Jadamowitz beteiligte sich an aktiven Protesten gegen Nazis, wurde inhaftiert, verurteilt und hingerichtet. Mit dem DDR-Regime mussten sich die Frauen der nächsten Generationen auseinandersetzen. Die Architektin Ludmilla Herzenstein wurde wegen nicht politisch konformer Bauten in die Bedeutungslosigkeit verbannt. Dissidentinnen, Malerin Annemirl Bauer und Rock-Sängerin Tamara Danz wurden beschattet.
Die Route des Spiels misste ca. 4 Kilometer; der Gang dauerte zu Fuß etwa 1,5 Stunden. Das Spiel begann an der Tamara-Danz-Straße (1), ging weiter zu Annemirl-Bauer-Platz (2) und Boxhagener Str. 80 (3), wo Gabriele Tergit und deren Familie gedenkt wurde. Weiter führte der Weg zur Karl-Marx Allee (4), wo Ludmilla Herzenstein ihre modernen Häuser gebaut hat, für die sie auch auf dem Abstellgleis landete. Schließlich ging man zu Hildegard-Jadamowitz-Straße (5). Dort, vor den kleinen Nikolaus Kirche gedachte man dieser jungen mutigen Frau, die für ihre Überzeugungen ihr Leben gab. Die Teilnehmer:innen wurden gebeten darüber nachzudenken und aufzuschreiben, ob es etwas gibt, worüber sie sich engagieren würden, auch, falls nötig, konspirativ.
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Um sich veranschaulichen, was es bedeutet, dass Hildegard und ihr Verlobte Werner Steinbrinck in Plötzensee nacheinander ermordet wurden, ist es ratsam sich den Film von Andreas Dresen aus dem Jahr 2024 In Liebe, Eure Hilde anzuschauen. Es ist eine Filmbiografie über Hilde Coppi, die mit ihrem Ehemann Hans der Widerstandsgruppe Rote Kapelle angehörte. Die Schlussszene wie alle Mitglieder der Roten Kapelle nacheinander geköpft wurden, bleibt einem für immer in Gedächtnis. Darüber ist es auch hier in der Polkopedia in einer Erzählung von Michael Meinicke zu lesen, die über Liane Berkowitz schreibt, jüngste Widerständlerin, die in Plötzensee durch Guillotine geköpft wurde.
Links und Literatur
https://ambasadapolek.org/quest-for-women-friedrichshain/
https://ambasadapolek.org/1-mai-2025-quest-for-women-friedrichshain/
https://www.instagram.com/ambasada_polek_ev/
https://www.facebook.com/AmbasadaPolekEV
https://polkopedia.org/wiki/Quest_for_Women*_PL_/_D
https://ewamaria.blog/2025/04/22/quest-for-women-friedrichshain/
https://ewamaria.blog/2025/05/02/gestern-in-berlin-unser-stadtspiel-quest-for-women/
https://www.polskieradio.pl/400/7765/Artykul/3528671,der-himmel-%C3%BCber-berlin-ist-weiblich
https://www.facebook.com/share/p/1JiCWyHQxp/
https://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard_Jadamowitz
https://www.gdw-berlin.de/vertiefung/themen/171-widerstand-von-juden/
https://www.frauen-im-widerstand-33-45.de/biografien/biografie/jadamowitz-hildegard
