Hildegard Jadamowicz (Jadamowitz) D
Autorka: Ewa Maria Slaska
* 12. Februar 1916 in Berlin † hingerichtet 18. August 1942 in Berlin-Plötzensee
war eine junge deutsche Kommunistin, Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus; sie war polnischer Abstammung, ihr Nachname ist oft auf beide Schreibweise - deutsch: Jadamowitz oder polnisch: Jadamowicz geschrieben.
Lebenslauf
Sie wuchs bei ihrer jüdischen Großmutter in Neukölln auf, da ihre Eltern sich nach ihrer Geburt getrennt hatten. Als Hildegard noch klein war, starb ihre Mutter. Hildegard ging in Neukölln zur Schule. Sie war eine gute Schülerin und hat drei Schulklassen übersprungen. Sie beendete die Schule 1929 im Alter von 13 Jahren und war lange Zeit arbeitslos. Als Fünfzehnjährige trat sie 1931 in den Kommunistischen Jugendverband (KJV) ein.
Seit 1933, nachdem ihre Großmutter gestorben war, übte Jadamowicz verschiedene Aushilfsjobs aus und besuchte Abendkurse, um sich als Sprechstundenhelferin ausbilden zu lassen. Sie wollte unbedingt in der Radiologie arbeiten, wofür sie sich selbst zur Prüfung der medizinisch-technischen Assistentin im Bereich Röntgen vorbereitete. Sie bestand die und arbeitete seitdem in einer Röntgen-Praxis.
Sie wurde 1936 als Mitglied KJV kurzzeitig festgenommen, allerdings wegen mangelnder Beweise freigesprochen.
1939 nahm sie Verbindung zu verschiedenen kommunistischen Widerstandsgruppen auf, u.a. um Hans-Georg Vötter, wo sie ihren späteren Verlobten, Werner Steinbrinck kennenlernte. Durch ihn schloss sie sich im Sommer 1940 der Gruppe um Robert Uhrig und Herbert Baum an und stellte wichtige Verbindungen zu anderen oppositionellen Kreisen her. Sie alle hegten die Idee, dass eine gemeinsame „antifaschistische Abwehrfront” effektiver wirken könne, als einzelne Grüppchen. Auch ihre Schwester Beatrice war in diesen Gruppen tätig. Beide nahmen teil am Brandanschlag auf die Nazi-Propagandaausstellung „Das Sowjetparadies“ im Berliner Lustgarten. Der Anschlag war von Herbert Baum und Werner Steinbrinck vorbereitet und wurde am 18. Mai ausgeübt. Die Schwestern Jadamowicz waren auch dabei. Noch im Mai wurden sie und Werner Steinbrinck festgenommen. Sie wurden am 16. Juli 1942 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und am 18. August 1942 in Plötzensee nacheinander ermordet.
Seit 20. Dezember 1957 ist in Friedrichshain eine Straße nach ihr genannt.
Varia
Anna Krenz und Ewa Maria Slaska nahmen sie in ihr zweites Stadtspiel (Quest for Women* Friedrichshain) im Mai 2025 ein.
Das Spiel fand am 1. Mai 2025 statt.
Die Route des Spiels misste ca. 4 Kilometer; der Gang dauerte zu Fuß etwa 1,5 Stunden. Das Spiel begann an der Tamara-Danz-Straße (1), ging weiter zu Annemirl-Bauer-Platz (2) und Boxhagener Str. 80 (3), wo Gabriele Tergit und deren Familie gedenkt wurde. Weiter führte der Weg zur Karl-Marx Allee (4), wo Ludmilla Herzenstein ihre modernen Häuser gebaut hat, für die sie auch auf dem Abstellgleis landete. Schließlich ging man zu Hildegard-Jadamowitz-Straße (5).
In der Hildegard-Jadamowitz-Strasse, vor den kleinen Nikolaus Kirche wurde an diese junge mutige Frau gedacht, die für ihre Überzeugungen ihr Leben gab. Die Spiel-Teilnehmer:innen wurden gebeten darüber nachzudenken und aufzuschreiben, ob es etwas gibt, worüber sie sich engagieren würden, auch, falls nötig, konspirativ.
Links
https://ambasadapolek.org/quest-for-women-friedrichshain/
https://ambasadapolek.org/1-mai-2025-quest-for-women-friedrichshain/
https://www.instagram.com/ambasada_polek_ev/
https://www.facebook.com/AmbasadaPolekEV
https://polkopedia.org/wiki/Quest_for_Women*_PL_/_D
https://ewamaria.blog/2025/04/22/quest-for-women-friedrichshain/
https://ewamaria.blog/2025/05/02/gestern-in-berlin-unser-stadtspiel-quest-for-women/
https://www.polskieradio.pl/400/7765/Artykul/3528671,der-himmel-%C3%BCber-berlin-ist-weiblich
https://www.facebook.com/share/p/1JiCWyHQxp/
https://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard_Jadamowitz
https://www.gdw-berlin.de/vertiefung/themen/171-widerstand-von-juden/
https://www.frauen-im-widerstand-33-45.de/biografien/biografie/jadamowitz-hildegard
