Mirosława Kocowa (DE)
Mirosława Kocowa, geb. , hingerichtet am 16. Februar 1943 in Berlin-Plötzensee
Autorin: Julia Szenwald
Projekt "Frauen im Schatten der Guillotine. Polinnen im Gefängnis Plötzensee"
Persönliches
Ich bin mit dem Gedicht nicht ganz zufrieden, es scheint mir nicht ganz gelungen zu sein, aber die Idee war, Mirosława Kocowa als lyrisches Subjekt, als eine Frau darzustellen, die sich der Sache verschrieben hat, die Angst hat, aber den Repressionen erhobenen Hauptes gegenübersteht und vor allem bis zum Schluss an den Sieg und die Richtigkeit der Sache glaubt, für die sie kämpft.
Mirosława Kocowa
Sie war eine gelernte Buchhalterin, Verbindungsperson der Außenstelle "Z" der Heimatarmee zwischen Berlin und Warschau. Sie gehörte zu den polnischen Frauen, die direkt mit dem polnischen Untergrund zusammenarbeiteten. Sie engagierte sich in den Nationalen Streitkräften (NSZ), einer antinazistischen und antikommunistischen Gruppierung, und gehörte dem Nachrichtendienst an, der für den Bereich Berlin Tegel zuständig war. Kocowa war Botin zwischen Berlin und der Zentrale in Warschau. Die Berliner Gruppe wurde von Kollaborateuren denunziert und ihre Mitglieder wurden am 18. II. 1942 verhaftet. Vom Reichskriegsgericht am 6. XI. 1942 zum Tode verurteilt, wurde Kocowa am 16. II. 1943 in Plötzensee hingerichtet. Leider fungiert sie als historische Figur nur als Ergänzung zu den Biographien anderer Männer, nie als eigenständige Person.
Gedicht
die Stille der Landschaft
hallt dumpf wider
es gibt nur Schnee
und diese glänzende Klinge
der Augenblick ist gleich
vorüber
Blut wird die Hände beflecken
die Menschlichkeit ist dahin
ich schaue
der Qual ins Gesicht
die Stille der Landschaft
hallt dumpf wider
die Wasserfläche bleibt unerbittlich
regungslos
Warten wird mich auslöschen
doch mein Gedanke
wird nie
verglimmen
die Stille der Landschaft
hallt dumpf wider
mit erhobenem Haupt
werde ich mich
der Ungerechtigkeit stellen
und am nächsten Tag
taucht die Welt
in grenzenlose Freiheit
Übersetzt von Dorota Cygan