Stefania Przybył (DE)

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Autorin: Ewa Maria Slaska

Zwei Schwestern

Am 13. Oktober 1943 fanden nach einjährigen Ermittlungen zwei getrennte Prozesse gegen die Schwestern Przybył und Maćkowiak vor dem Reichsvolksgerichtshof in Berlin statt: Helena Maćkowiak geb. Przybył, geboren am 12. Juli 1902 in Berlin, und Stefania Przybył, geboren am 26. Dezember 1913 dort. Beide wurden als Reichsbürgerinnen vor Gericht gestellt und wegen Kriegsspionage zum Tode verurteilt. Das Urteil sollte durch Enthauptung mit der Guillotine vollstreckt werden.

Die Verhandlung gegen Helena dauerte etwa 8 Minuten, gegen Stefania nicht viel länger. Während der Urteilsverkündung fiel Helena in Ohnmacht und musste aus dem Raum getragen werden. Die Richter gaben nur dem Antrag von Stefania statt, dass die Schwestern die letzten 24 Stunden vor der Hinrichtung in einer Zelle verbringen durften.

Sie waren die Töchter der polnischen Emigranten Maria und Andrzej Przybył, die sich vor dem Ersten Weltkrieg in Berlin niedergelassen hatten. Beide Schwestern wurden polnisch patriotisch erzogen. Helena, die Älteste von fünf Geschwistern, hatte ein besonders enges Verhältnis zu Stefania. Nach dem Tod des Vaters war es Helena, die sich um ihre kleine Schwester kümmerte. Von Beruf Schneidermeisterin, führte sie vor dem Krieg einen bekannten Modesalon. Beide waren Mitglieder des Turnvereins (Towarzystwo Gimnastyczne) "Sokół" und der Pfadfinder, später auch des Vereins der Polen in Deutschland (Związek Polaków w Niemczech).

Während des Zweiten Weltkriegs engagierten sie sich im Untergrund. Stefania arbeitete als Zensorin in der Berliner Reichsbriefprüfstelle und fing Korrespondenz ab, die die Adressaten bedrohte. Sowohl sie als auch Helena begannen ihre Zusammenarbeit in der Abteilung "West" der Offensivabteilung "Stragan" in der Berliner Gruppe von Jadwiga Neumann. Weitere Mitglieder dieser Gruppe waren: Marianna Gąszczak, Marian Forembski und Edmund Nawrocki.

Flucht aus dem Gefängnis Moabit

Stefania Przybył
Stefania Przybył

Literatur & Links

Dorota Grzechocińska  13.10.2022 Ucieczka z Moabitu