Renate von Natzmer
Renate von Natzmer, wegen Spionage zugunsten des polnischen Geheimdienstes vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 18. Februar 1935 in der Strafanstalt Berlin-Plötzensee mit dem Handbeil hingerichtet.
Sie wurde zusammen mit ihrer Freundin, Benita von Falkenhayn, inhaftiert, einer deutschen Widerstandskämpferin, die ebenfalls wegen Spionage zugunsten des polnischen Geheimdienstes vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und in der Strafanstalt Berlin-Plötzensee am denselben Tag mit dem Handbeil hingerichtet wurde.
Beide wurden von den polnischen Spion, Major Jerzy Sosnowski in der Zeit von 1926 bis 1934 angeworben, den polnischen Nachrichtenoffizier, der vor allem weibliche Angestellte des Reichswehrministeriums für Spionagedienste zu Gunsten des polnischen Geheimdienstes angeworben hat. Der polnische Spionagering wurde im Februar 1934 von der deutschen Abwehr enttarnt und alle Mitglieder wurden festgenommen.
Das Wort Handbeil bedeutet einen durch den Henkel in den beiden Händen gehaltenen Beil. Beide Frauen wurden die letzten, die mit der Handbeil hingerichtet worden sind.
Wikipedia
Das Richtbeil (auch Handbeil) ist wie das Richtschwert ein Gerät, mit dem ein Scharfrichter seine Tätigkeit verrichtete. Es ist nicht mit dem Richtbeil zu verwechseln, das für Holzbearbeitung in der Stellmacherei genutzt wurde. Das Richtbeil wurde in einigen Teilen des Deutschen Reiches, insbesondere in weiten Teilen Preußens, bis 1938 zur Vollstreckung der Todesstrafe eingesetzt. Aber z.B. in Schweden wurde es letztmals 1900 bei der Enthauptung des Massenmörders Johan Filip Nordlund verwendet.
Es handelte sich hierbei oft um ein schweres, zweihändig zu handhabendes Beil (von der Größe her eher eine Art Axt), das durch die eigene Masse eine starke Durchschlagskraft hatte und in Verbindung mit einem Richtblock oder einer Richtbank, vor dem oder auf dem die zum Tode Verurteilten festgeschnallt wurden, verwendet wurde. Das Richtbeil galt als pragmatisch schnelles Tötungsinstrument, kam aber wegen seiner offensichtlichen Brutalität zunehmend in Verruf, auch wenn die Scharfrichter mit Handschuhen, Frack und Zylinder auftraten.
Als am 18. Februar 1935 in Plötzensee zwei Frauen (Benita von Falkenhayn und Renate von Natzmer) wegen „Verrats militärischer Geheimnisse“ mit dem Richtbeil exekutiert wurden, kam es zu Protesten im Ausland. Ernst Hanfstaengl, ein Freund Hitlers, sah darin „kaum wieder gut zu machende Schädigungen des deutschen Kulturansehens“. Roland Freisler dagegen hielt das Richtbeil für „männlich“, weil dabei die „Muskelkraft“ des Scharfrichters eine zentrale Rolle spiele, während etwa bei der Guillotine eine Maschine das Werk vollziehe. Außerdem war die Guillotine, wie sie etwa in Bayern zum Einsatz kam, vielen Nationalsozialisten suspekt, nämlich als eine Erfindung Frankreichs. Mitte der 1930er-Jahre suchte die NS-Führung nach einer einheitlichen Hinrichtungsmethode im ganzen Reich. Am 14. Oktober 1936 entschied Hitler gegen das Richtbeil und für die Guillotine, offiziell (wie bereits üblich und auch nachher in der DDR beibehalten) „Fallbeil“ genannt.
Literatur und Links
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_im_Deutschen_Reich_hingerichteter_Personen
