Achtung, Nematoden!

Ein ortsspezifisches Kunstprojekt über die unsichtbare Mehrheit der Tiere unter Friedrichshain-Kreuzberg.

A site-specific art project about the invisible majority of animals beneath Friedrichshain-Kreuzberg.

von Konrad Kozaczek und Ewa Maria Slaska

by Konrad Kozaczek and Ewa Maria Slaska

Willkommen in
Friedrichshain-Kreuzberg

Einwohner

293.454

61.200.000.000.000

Ein Willkommensschild im Stil einer Ortstafel, aufgestellt an einem der Zugänge zum Bezirk.

20,40 km² × 3 Mio. Nematoden/m² (globaler Mittelwert der obersten Bodenschicht).
Quellen: van den Hoogen et al. 2019, Nature; Fläche und Einwohnerzahl: IBB-Bezirksprofil 2024.

At the edge of a German town a yellow Ortstafel gives the place name and marks where the speed limit drops to 50 km/h. This is a welcome sign in that style, set at an entrance to a Berlin borough.

20.40 km² × 3 million nematodes/m² (global average for the top layer of soil).
Sources: van den Hoogen et al. 2019, Nature; area and population: IBB district profile 2024.

Kurzfassung

Nematoden, winzige Fadenwürmer, leben zu Billionen im Boden unter Friedrichshain-Kreuzberg, doch kaum jemand nimmt sie wahr. „Achtung, Nematoden!“ holt sie ins Bewusstsein: mit einer Ausstellung im Rathaus Kreuzberg, in deren Mittelpunkt eine begehbare Skulptur des Nervensystems eines Nematoden steht, und mit Aktionen in Parks, auf Straßen und an Haustüren im ganzen Bezirk.

Als Kunstprojekt, nicht als wissenschaftliche Forschung, regt es dazu an, sich in das hineinzuversetzen, was normalerweise als hässlicher Wurm bezeichnet wird, und über unseren Platz auf der Erde und unsere Beziehung zu den kleinsten Wesen nachzudenken.

Summary

Nematodes, tiny roundworms, live by the trillion in the soil beneath Friedrichshain-Kreuzberg, yet hardly anyone notices them. Achtung, Nematoden! brings them into view, with an exhibition in Rathaus Kreuzberg centred on a walk-through sculpture of a nematode’s nervous system, and with actions in parks, on streets and at front doors across the district.

As an art project rather than scientific research, it invites you to imagine your way into what is normally dismissed as an ugly worm, and to think about our place on Earth and our relationship to the smallest beings.

Einführung

Die Menschheit. Wir nehmen einen beträchtlichen Teil dieses Planeten ein. Wir sind fähig, wirklich beeindruckende Dinge zu tun. Dennoch waren, sind und bleiben unsere Erfahrungen und Empfindungen wahrscheinlich die kleinste aller Fußnoten. Für jeden einzelnen lebenden Menschen gibt es Hunderte von Amphibien und Zehntausende von Fischen. Das britische Recht zählt bereits jeden einzelnen von ihnen als empfindungsfähig. Niemand beansprucht Gewissheit. Aber unser Anteil an dem, was auf diesem Planeten durchlebt wird, ist schon jetzt ein Rundungsfehler — und dabei haben wir die Wirbeltiere noch nicht einmal verlassen.

Unterhalb der Wirbeltiere werden die Zahlen seltsam und unsere Gewissheit bricht zusammen. Auf jeden Menschen kommen Hunderte von Millionen Insekten und rund sechzig Milliarden Nematoden. Nematoden lernen. Sie schlafen. Sie reagieren auf Schmerzmittel. Sie machen 80 % aller Tiere aus. Ob es sich in irgendeiner Weise anfühlt, ein Nematode zu sein, ist nicht bekannt — nur sehr wenige Menschen arbeiten an dieser Frage. Dennoch ist die Chance, als Mensch geboren zu werden, etwa vierhundertmal kleiner als die Chance auf den Hauptgewinn im Lotto. Der größere Teil aller Empfindungen der Welt könnte direkt neben uns und gleichzeitig außerhalb von uns stattfinden. Wie ist es möglich, dass uns eine so erschütternde Tatsache entgeht?

Jene Homo sapiens, die sich im Namen anderer Tiere organisiert haben, kümmern sich hauptsächlich um die Individuen, die wir als Haustiere oder in landwirtschaftlichen Betrieben halten, oft unter sehr schlechten Bedingungen. Die Argumente dafür sind stichhaltig; aber die Individuen, die wir halten, sind nur ein kleiner Teil des Ganzen. Die überwältigende Mehrheit von Freude und Leid, die überwältigende Mehrheit dessen, was irgendwo durchlebt wird, findet wahrscheinlich in der Wildnis statt und wird möglicherweise von fremdartigen Wesen erfahren, die für das Auge kaum wahrnehmbar sind.

Bislang ist der Einfluss des Homo sapiens auf diese tierische Mehrheit unklar. Wir wissen nicht einmal, ob er positiv oder negativ ist.

Introduction

Humanity. We occupy a considerable part of this planet. We are capable of doing truly impressive things. Yet our experiences and sensations were, are, and will probably remain the smallest of footnotes. For every single living human there are hundreds of amphibians and tens of thousands of fish. British law already counts every one of them as sentient. Nobody is claiming certainty. But our share of what is undergone on this planet is already a rounding error — and we have not yet left the vertebrates.

Below the vertebrates the numbers become strange and our confidence collapses. For every human there are hundreds of millions of insects and some sixty billion nematodes. Nematodes learn. They sleep. They respond to painkillers. They make up 80% of all animals. Whether there is anything it is like to be a nematode is not known — very few people are working on the question. Yet the chance of being born human is about four hundred times smaller than the chance of winning the main Lotto prize. The greater part of all feeling in the world might take place right beside us and at the same time outside us. How is it possible that a fact so devastating escapes us?

Those homo sapiens who have organised themselves on behalf of other animals attend chiefly to the individuals we keep as pets or in farms, often in very poor conditions. The case for doing so is sound; but the individuals we keep are only a small part of the whole. The overwhelming majority of joy and suffering, the overwhelming majority of what is undergone anywhere, likely takes place in the wild and might be experienced by alien beings barely perceptible to the eye.

So far, the influence of homo sapiens on this animal majority is unclear. We do not even know whether it is positive or negative.

Versuchen wir, es in unserem Projekt zu beobachten.

Let us try to observe it in our project.

Abb. 1 — Nematode, nachgezeichnet von einer rasterelektronenmikroskopischen Aufnahme. Körperlänge ≈ 1 mm. Im Boden dieses Bezirks leben schätzungsweise 61 × 10¹² Individuen. Gezählt wurde bislang keines.Fig. 1 — Nematode, traced from a scanning electron micrograph. Body length ≈ 1 mm. An estimated 61 × 10¹² individuals live in the soil of this district. None has been counted.

Projektbestandteile

Das Projekt findet in Kreuzberg statt, die Ausstellung im Rathaus. Einige Projektbestandteile befinden sich außerhalb des Rathauses, in der Umgebung, werden aber für die Ausstellung dokumentiert. Wir planen also eine Ausstellung im Rathaus Kreuzberg sowie verschiedene Aktionen in der Umgebung des Rathauses.

Project components

The project takes place in Kreuzberg, with the exhibition in the Rathaus. Some components are sited outside the building, in the surrounding area, but all of them are documented for the exhibition. We are planning an exhibition in Rathaus Kreuzberg together with a series of actions in the streets around it.

Hauptelement der Ausstellung

Das Konnektom

Ein Konnektom ist eine vollständige Karte aller neuronalen Verbindungen im Nervensystem eines Lebewesens. In der Ausstellung stellt eine begehbare Skulptur das Nervensystem von C. elegans dar: 302 Elemente — eines für jedes Neuron —, so groß gebaut, dass sich die Besucher hindurchbewegen können. Ein Wandtext beschreibt, was das Tier damit macht, einschließlich Lernen, Gedächtnisbildung und Schlafen.

Um diese zentrale Figur herum sind die Infotafeln und Bildberichte von unseren Aktionen platziert. Diese sind:

Centrepiece of the exhibition

The Connectome

A connectome is a complete map of every neural connection in an animal's nervous system. In the exhibition, a walk-through sculpture represents the nervous system of C. elegans: 302 elements, one for each neuron, built large enough for visitors to move through it. Wall text describes what the animal does with them, including learning, forming memories, and sleeping.

Arranged around this central figure are the information panels and photographic records of our actions. These are:

  1. 01

    Bezirksschild

    Ein Willkommensschild an einem der Bezirkszugänge, gestaltet im Stil der bestehenden städtischen Beschilderung: Willkommen in Friedrichshain-Kreuzberg. Die menschliche Einwohnerzahl ist durchgestrichen und durch eine Gesamtzahl ersetzt, die auch Bodennematoden beinhaltet. Eine kleinere Tafel darunter gibt die Quelle und die Berechnung an.

  2. 02

    Parktafeln

    In Parks angebrachte Informationstafeln im Stil von Standard-Wildtier- und Naturschutzbeschilderungen. Jede Tafel liefert eine Schätzung der Nematoden im Boden an genau diesem Ort, ergänzt durch kurze sachliche Notizen über sie. Sie sind an Fußwegen und neben Parkbänken platziert.

  3. 03

    Haushaltszensus

    Ein „Zensusbeauftragter“ besucht Haushalte und bittet die Bewohner zu schätzen, wie viele Menschen, Hunde, Schafe, Rinder, Bienen und Nematoden im Bezirk leben. Die Antworten werden erfasst und neben den veröffentlichten wissenschaftlichen Schätzungen ausgestellt.

  4. 04

    Bilderzensus

    Mehrfache Zählung von Tierabbildungen im gesamten Bezirk: Kneipenschilder, Ladenlogos, Werbeanzeigen, temporäre Aufkleber, Wandbilder. Die Gesamtzahlen pro Tierart werden der geschätzten Zahl der im ganzen Bezirk lebenden Tiere dieser Art gegenübergestellt.

  5. 05

    Bodenproben-Workshop

    Es werden Proben an verschiedenen Orten im gesamten Bezirk entnommen, darunter auf einem Friedhof, in einem Park und auf einer Grünfläche neben einem ALDI-Parkplatz. Anschließend zählen die Teilnehmenden des Workshops Nematoden aus den Bodenproben unter dem Mikroskop. Die Proben werden Teil der Ausstellung, versehen mit Informationen zum Entnahmeort und der geschätzten Nematodenanzahl.

  6. 06

    Maßstab

    Eine Visualisierung, die zeigt, wie viele Nematoden einem einzelnen Menschen entsprechen. Ein menschlicher Finger wird vergrößert dargestellt, daneben die dazugehörige Nematodenpopulation im gleichen Maßstab.

  7. 07

    Lotterie

    Am Tag der Eröffnung zieht jeder Besucher ein Tierkärtchen, wobei die Häufigkeit jedes Tieres im Lostopf seiner tatsächlichen Häufigkeit in der realen Population entspricht. Der Zettel beschreibt das Tier und das Leben, das es geführt hat. Alle Teilnehmenden stehen. Der Moderator liest die vergangene Lebensspanne vor, und jeder setzt sich hin, sobald sein Tier gestorben wäre. Fast alle sitzen bereits innerhalb der ersten paar Intervalle.

  8. 08

    Video und Ton des Bodens

    Ein langes Video von Nematoden, untermalt von verstärkten Tonaufnahmen ihrer Bewegungen im Boden. Eine Stimme liefert in Abständen kurze sachliche Hinweise. Das Video läuft in Dauerschleife.

  9. 09

    Sensorische Simulation

    Ein Video, das versucht, die Welt so darzustellen, wie ein Nematode sie wahrnehmen könnte — unter Verwendung von Licht, chemischen Gradienten, Berührung und Temperatur anstelle von Bildern. Ein Hinweis erklärt, wie viel davon unbekannt und wie viel davon reine Erfindung ist.

  1. 01

    District sign

    A welcome sign at one of the entrances to the district, made in the style of the existing municipal signage: Willkommen in Friedrichshain-Kreuzberg. The human population figure is struck through and replaced with a total that also includes soil nematodes. A smaller panel beneath gives the source and the calculation.

  2. 02

    Park plaques

    Information plaques installed in parks, made in the style of standard wildlife and nature-reserve signage. Each one gives an estimate of the nematodes in the ground at that exact spot, with short factual notes about them. Sited along footpaths and beside park benches.

  3. 03

    Household census

    A “census officer” visits households and asks residents to estimate how many humans, dogs, sheep, cattle, bees and nematodes live in the district. The responses are recorded and exhibited beside the published scientific estimates.

  4. 04

    Census of images

    A repeated count of animal images across the district: pub signs, shop logos, advertisements, temporary stickers, murals. The totals per species are set against the estimated number of living animals of that species in the district.

  5. 05

    Soil sample workshop

    Samples are taken from several locations across the district, including a cemetery, a park, and a patch of ground beside an ALDI car park. Workshop participants then count nematodes from the samples under microscopes. The samples become part of the exhibition, labelled with the collection site and the estimated number.

  6. 06

    Scale

    A visualisation showing how many nematodes correspond to a single human. A human finger is shown enlarged, with the matching nematode population beside it at the same scale.

  7. 07

    Lottery

    On the opening day each visitor draws an animal card, with the frequency of each animal in the draw matching its actual frequency in the real population. The slip describes the animal and the life it led. All participants stand. The host reads out the elapsed lifespan, and each person sits down once their animal would have died. Almost everyone is seated within the first few intervals.

  8. 08

    Video and sound of the soil

    A long video of nematodes, underscored by amplified recordings of their movement through soil. A voice gives short factual notes at intervals. The video runs on a continuous loop.

  9. 09

    Sensory simulation

    A video attempting to present the world as a nematode might perceive it, using light, chemical gradients, touch and temperature instead of images. A note explains how much of it is unknown and how much is pure invention.

Über uns

About us

Konrad Kozaczek, Ewa Maria Slaska
Konrad Kozaczek und Ewa Maria Slaska (Homo sapiens)Konrad Kozaczek and Ewa Maria Slaska (Homo sapiens)

Konrad Kozaczek

Geboren 2000 in Gdańsk / Danzig, wo er auch aufwuchs und bis zum Abitur lebte. Seit 2020 lebt er im Ausland. Er studierte Philosophie in England, während eines Auslandsjahres auch in Frankreich und Singapur. Im Oktober 2025 erhielt er den Titel MA in Philosophie. Seit September 2026 promoviert er an der Lingnan University in Hongkong. Schwerpunkte seiner Forschungsarbeit sind die Ethik der außermenschlichen Wesen und sichere Künstliche Intelligenz.

Als Philosoph nimmt er an folgenden Forschungsprojekten und Programmen teil:

  • Future Impact Group (FIG), von der er derzeit eine Förderung erhält
  • Center for Reducing Suffering (CRS), wo er derzeit ein Berufspraktikum absolviert, unter anderem als Mentor im Kurs „Intro to Suffering-Focused Ethics“
  • NYU Center for Mind, Ethics, and Policy (CMEP): Projekt „Individuating digital minds“ (Die Individuierung digitaler Gehirne / Geister), durchgeführt von CMEP in Zusammenarbeit mit FIG

Außerdem ist er Redakteur und Co-Administrator des Blogs von Ewa Maria Slaska, ewamaria.blog, und Co-Gründer des Portals Polkopedia, einer Online-Enzyklopädie der Polinnen im Ausland, wo er auch für die Verwaltung zuständig ist. Er war Mitarbeiter bei den Stadtspielen über Frauen — in Kreuzberg 2023 und in Friedrichshain 2025.

Als Künstler vertritt er die sogenannte Soziale Kunst und engagiert sich in verschiedenen Erinnerungsprojekten, die polnischen Widerstandskämpferinnen gewidmet sind, die in Berlin aktiv waren und dort zum Tode verurteilt wurden („Irena Bobowska, die vergessene Heldin“ / „Frauen im Schatten der Guillotine“).

Ewa Maria Slaska

Geboren 1949 in Sopot, wuchs in Danzig auf, studierte Archäologie und Ethnografie in Posen; nach dem Studium kehrte nach Danzig zurück, wo sie als freie Journalistin und Pressereferentin bei der Künstlergenossenschaft „Format“ arbeitete. Bereits vor den Streiks in der Danziger Werft im Jahr 1980 arbeitete sie mit der illegalen Opposition. Während der Zeit der „Solidarność“ und im Kriegszustand setzte sie diese Zusammenarbeit fort. Im Jahr 1985 emigrierte sie aus politischen Gründen nach West-Berlin, wo sie den politisches Asyl erhielt.

Seit über 40 Jahren setzt sie sich in Berlin für Versöhnung, Integration sowie eine harmonische und freundschaftliche deutsch-polnische Zusammenarbeit ein. Sie ist Schriftstellerin, Publizistin, Übersetzerin, Verlegerin, Bloggerin und Projektmanagerin. Seit 2013 leitet sie ewamaria.blog, der seit 13 Jahren ununterbrochen täglich einen Beitrag veröffentlicht (fast 5.000 Beiträge) und rund 300 Autorinnen vereint. Sie leitet auch Portal: polkopedia.org, das das Leben und Wirken polnischer Frauen dokumentiert, die außerhalb Polens lebten und tätig waren

Bücher

  • „Portret z ametystem“ 1981
  • „Dochodzenie“, Exil-Verlag Kultura, Paris 1985
  • „Lublinerowie“, 2017
  • „Sen amerykański. Pokolenie Solidarności“, 2025

Caenorhabditis elegans

Erstmals beschrieben 1900 von Émile Maupas, einem französischen Bibliothekar und Naturforscher, der ihn in Algerien aus Humuserde isolierte. Lebt in verrottendem Pflanzenmaterial — in Fallobst, Stängeln und Kompost — und ernährt sich von Bakterien. Etwa einen Millimeter lang und durchsichtig. Hat keine Augen und orientiert sich vor allem über chemische Reize, Berührung und Temperatur. Die meisten Individuen sind Zwitter, die sich selbst befruchten; Männchen sind selten. Vom Ei bis zum erwachsenen Tier vergehen rund drei Tage, im Labor wird er zwei bis drei Wochen alt. Wird das Futter knapp, können sich die Larven zu sogenannten Dauerlarven entwickeln, die monatelang ohne Nahrung auskommen.

In den 1960er-Jahren wählte der Biologe Sydney Brenner ihn als Modellorganismus aus — in der Erwartung, dass sich das, was man an diesem Wurm lernt, auch auf andere Tiere übertragen lässt, uns eingeschlossen. Seither gehört C. elegans zu den am gründlichsten erforschten Tieren der Welt. Sein Nervensystem — beim Zwitter 302 Neuronen — war 1986 das erste eines Tieres, dessen Verschaltung kartiert wurde. 1998 war C. elegans der erste vielzellige Organismus mit vollständig entschlüsseltem Genom. Forschung an ihm trug zu vier Nobelpreisen bei (2002, 2006, 2008 und 2024). 2003 überlebten Würmer dieser Art den Zerfall der Raumfähre Columbia beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Konrad Kozaczek

Born in Gdańsk in 2000, he grew up there and lived in the city until finishing school. He has lived abroad since 2020. He studied philosophy in England, and during a year abroad also in France and Singapore. He received his MA in Philosophy in October 2025, and since September 2026 he has been working towards a PhD at Lingnan University in Hong Kong. His research focuses on the ethics of non-human beings and AI safety.

As a philosopher he takes part in the following research projects and programmes:

  • Future Impact Group (FIG), from which he currently holds a grant
  • Center for Reducing Suffering (CRS), where he is currently doing an internship, including as a mentor on the Intro to Suffering-Focused Ethics course
  • NYU Center for Mind, Ethics, and Policy (CMEP): the project Individuating digital minds, carried out by CMEP in collaboration with FIG

He is also an editor and co-administrator of Ewa Maria Slaska’s blog, ewamaria.blog, and co-founder of the portal Polkopedia, an online encyclopaedia of Polish women abroad, where he also looks after administration. He worked on the city games about women in Kreuzberg in 2023 and in Friedrichshain in 2025.

As an artist he works in socially engaged art and is involved in several memorial projects dedicated to Polish women resistance fighters who were active in Berlin and sentenced to death there (Irena Bobowska, the Forgotten Heroine / Women in the Shadow of the Guillotine).

Ewa Maria Slaska

Born in Sopot in 1949, she grew up in Gdańsk and studied archaeology and ethnography in Poznań. After her studies she returned to Gdańsk, where she worked as a freelance journalist and press officer for the artists’ cooperative Format. Already before the 1980 strikes at the Gdańsk shipyard she was working with the illegal opposition, and she continued to do so throughout the Solidarność period and under martial law. In 1985 she emigrated to West Berlin for political reasons and was granted political asylum there.

For more than forty years she has worked in Berlin for reconciliation, integration and a harmonious and friendly German–Polish cooperation. She is a writer, publicist, translator, publisher, blogger and project manager. Since 2013 she has run ewamaria.blog, which has published a post every day without interruption for thirteen years (almost 5,000 posts) and brings together around 300 authors. She also runs the portal polkopedia.org, which documents the lives and work of Polish women who lived and worked outside Poland.

Books

  • Portret z ametystem, 1981
  • Dochodzenie, Kultura exile publishing house, Paris 1985
  • Lublinerowie, 2017
  • Sen amerykański. Pokolenie Solidarności, 2025

Caenorhabditis elegans

First described in 1900 by Émile Maupas, a French librarian and naturalist, who isolated it from humus soil in Algeria. Lives in rotting plant matter — fallen fruit, stems and compost — and feeds on bacteria. About a millimetre long and transparent. Has no eyes, and finds its way mainly by chemical cues, touch and temperature. Most individuals are hermaphrodites that fertilise themselves; males are rare. It grows from egg to adult in about three days and, in the laboratory, lives for two to three weeks. When food runs short, its larvae can enter a resting stage, known even in English by the German word dauer, and survive for months without eating.

In the 1960s the biologist Sydney Brenner chose it as a model organism — in the expectation that what is learned about this worm will hold for other animals too, ourselves included. It has since become one of the most thoroughly studied animals in the world. In 1986 its nervous system — 302 neurons in the hermaphrodite — became the first of any animal to have its wiring mapped. In 1998 it was the first multicellular organism to have its genome fully sequenced. Research on it has contributed to four Nobel Prizes (2002, 2006, 2008 and 2024). In 2003, worms of this species on board the Space Shuttle Columbia survived the shuttle’s break-up on re-entry.

Caenorhabditis elegans
Abb. 2 — Caenorhabditis elegans, nach einer Fluoreszenzaufnahme. Bei dieser Art ist jede Körperzelle gezählt: 959 beim erwachsenen Zwitter.Fig. 2 — Caenorhabditis elegans, after a fluorescence micrograph. In this species every body cell has been counted: 959 in the adult hermaphrodite.

Quellen

Sources